Sonntag, 22. April 2012
Mostar
So, gelbe Sicherheitsweste ist angelegt. Und die Kugelsichere gleich mit!
Wir sind auf Stippvisite in Bosnien und Herzegowina. Allerdings ist die Einreise von EU-Bürgern doch mit einigen Schikanen und unfreundlichen Blicken seitens der Grenzbeamten verbunden…
Letztendlich nur knapp einer Buskontrolle entkommen, dürfen wir uns ins 30 km entfernte Mostar aufmachen. Der Reiseführer warnt nochmal eindringlich davor, sich wegen der Minengefahr nicht auf unbefestigten Wegen aufzuhalten (wie gut, dass wir unsere „Nougat-Box“ schon in Kroatien auf einem solchen Weg illegal geleert haben!).
Meine Konzentration gilt somit nunmehr den herumschreienden Kindern und der Ausschau nach etwaigen Heckenschützen. Wie dieses Bild von unserer Windschutzscheibe zeigt, empfiehlt sich dieses auch:


Frontscheibe mit Einschussloch

Nein, Spaß beiseite, Mostar hat sehr schöne Ecken und eine kleine, urige Innenstdt rund um die berühmte Brücke (deren Namen wir gerade in einem Restaurant sitzend nicht wissen, aber von der die Brückenspringer sich gegen ein touristisches Entgelt von 40 Euro 20 Meter tief fast in den Tod stürzen und das bei Eiseskälte ohne Neoprenanzug…).


Die Liebsten vor der besagten Brücke in Mostar

Der kurze Weg durch Bosnien und Herzegowina zeigt ein wunderschönes, wildes und naturbelassenes Land. Überall wird gewerkelt und an den Hauptstraßen entstehen viele neue Hotels. Der Tourismus scheint hier ordentlich in Gang zu kommen, auch wenn noch deutlich Unterschiede im Vergleich zum Tourismusgeschehen an der kroatischen Adriaküste zu sehen sind.
Allerdings sind wir doch überrascht, wie viele zerschossene und verfallene Gebäude das Stadtbild von Mostar säumen. In einigen Straßen ist jedes 2te Haus eine Ruine und an den übrigen kann man unschwer heftigen Beschuss erkennen. Grünanlagen oder kleine Parks sucht man hier in der Innenstadt vergeblich, anscheinend wurde alles, was ein wenig Ruhezohne versprach, in Friedhöfe umgewandelt… Wir sind sicher eine halbe Stunde durch die Stadt gefahren, auf der Suche nach einem Busparkplatz, aber gesehen haben wir tatsächlich nur grüne Friedhöfe. Dennoch kann man Mostar für einen Tagesausflug empfehlen, denn es gibt neben den besagten Ruinen und Friedhöfen Einiges zu entdecken!
Nachdem es hier nun das zweite Eis gibt und Jan (der Grillspezialitäten-Restauranttester) seinen Balkan-Teller mit einem „Hervorragend“ bewertet hat, geht es heute noch nach Dubrovnik zurück und spätestens übermorgen wagen wir den Weg nach Montenegro/ Albanien. Vielleicht auch nur schnell hindurch und einfach weiter nach Griechenland? Mal sehen, was dort auf uns so wartet!
Wir hoffen jedenfalls, dass wir in der kommenden Zeit mehr Möglichkeiten haben, ins Internet zu gelangen und Berichte abzugeben. Bisher ist es etwas mühsam, was aber vielleicht auch daran liegt, dass wir die letzten Tage nicht auf Campingplätzen, sondern auf Busparkplätzen übernachtet haben und alle herumschwirrenden Internetzugänge vor uns gesichert waren.