ÖLÜDENIZ- DER STRAND ALLER STRÄNDE...
Ölüdeniz- der Strand aller Strände der Türkei.
Zumindest suggerieren es sämtliche türkischen Postkarten: weißer, unberührter Sand, türkisblaues Meer und eine weiße Jacht dümpelt idyllisch vor sich hin.
Dorthin zog es uns also. Und mit uns noch viele, viele andere Menschen….
Wir können nicht leugnen, dass der Strand sehr schön, das glasklare und tatsächlich wahnsinnig türkisblaue Wasser ein wahre Pracht ist, aber man hat uns verschwiegen, dass der Zugang zum Traumstrand überall ordentlich kostet (ein Parkplatz für unseren Bus natürlich noch ordentlicher) und das ganze Idyll durch den Super-Kommerz rundherum zunichte gemacht wird. Man kann alle erdenklichen und unerdenklichen Dienstleistungen kaufen. Für ALLES wird man aufgefordert zu zahlen. Auch der angrenzende Ort wirkt alles andere als natürlich und im Laufe der Jahre gewachsen, jeder Restaurantbesitzer bzw. seine Gehilfen wollen einen „mitschnacken“ (und das ziemlich aufdringlich) und irgendwie wirkt dennoch alles 08/15mäßig. Katalogtourismus ohne Flair. Den unzähligen Mittouristen schien das Angebot und die Atmosphäre zu gefallen- uns eher nicht.
Dennoch entschieden wir uns, einen Campingplatz in der angrenzenden Lagune aufzusuchen. Die Lagune war natürlich lange nicht so schön wie der eigentliche Strand, aber für Kinder optimal: lauwarmes, flaches Wasser, kein Wellenschlag und viele andere Kinder zum herumtoben. Der Campingplatz war auch eher ein Beachclub und so lief die ganze Zeit nette (Live-)Musik, man konnte in Hängematten oder auf Sitzsäcken entspannen und so sind wir aufgrund der Atmosphäre gleich 2 Nächte geblieben.
Kennengelernt haben wir dort auch ein ziemlich irres französisches Ehepaar (also nicht wirklich irre natürlich). Die Familie mit 2 Kindern (2 und 4 Jahre) tourt ein halbes Jahr mit dem Fahrrad (!) durch die Türkei und angrenzende Staaten. Und sie übernachten nach einem anstrengenden Fahrradfahrtag nicht in Hotels oder Pensionen wie man es vielleicht erwarten würde (mit kuscheligem Bett, warmer Dusche und leckerem Frühstück), nein, immer in der Wildnis oder eben auf Campingplätzen. Die Kinder sind im Fahrradanhänger des Vaters untergebracht und am Fahrrad der Mutter befindet sich die Transportkiste für das Wenige, was sie dabei haben. Und das ist natürlich aus Gewichtsersparnisgründen so gut wie nichts.
Durch das Kennenlernen solcher Familien wird uns immer wieder bewusst, dass wir ja quasi einen Luxusurlaub mit unserem Bus verbringen.
Das Wohnen und Leben im und um den Bus ist natürlich mit „normalen“ Maßstäben gemessen als spartanisch zu bezeichnen (so kann man jeden Tag wieder erschrocken feststellen, wie verwöhnt man doch ist, denn man kann nicht duschen wann und wie lange und mit welcher Temperatur man will, es gibt nicht immer saubere Wäsche im Schrank, Bus und Kinder sind zumeist in einem fast verwahrlostem und irgendwie unbeherrschbarem Zustand, das Bett ist zwar bequem, aber ständig zu einer Seite aufgrund von Bodenunebenheiten geneigt, man hat keine Möglichkeit der Hitze zu entgehen etc).
Aber das was diese französische Familie tut, ist der Wahnsinn, wie wir finden und die oben aufgezählten „Unpässlichkeiten“ sind gegen die Entbehrungen dieser Familie ja ein Witz!
Die Sonne brennt hier seit Tagen gnadenlos vom Himmel und die Steigungen in diesem bergigen Abschnitt der Türkei sind ebenso gnadenlos. Auf unserer Rückfahrt aus dem Traumstrandtal konnte unser Bus mit seinen 280 PS gerade mal im Schritttempo die Steigung bewältigen, aber wie bitteschön ist die Familien mit ihren Fahrrädern samt Gepäck da hoch gekommen??
Aber sie haben es tatsächlich geschafft, wie sie uns heute erzählt haben, wir trafen diese Familie zufällig an der Saklikent-Schlucht wieder. Der Weg aus dem Tal ist ungefähr 7 oder 8km lang und für jeden Kilometer haben sie sage und schreibe 1,5 Stunden benötigt. Manchmal sind sie auch wieder ein Stück zurückgerollt... Also Hut ab vor so viel Wahnsinn!
Um der Hitze zu entkommen haben wir am zweiten Tag in Ölüdeniz eine Bootstour mit Barbecue gebucht und sind den ganzen Tag von Bucht zu Bucht geschippert worden.
An jeder Bucht konnten wir 45 Minuten baden und dann gings wieder los. Optimal so eine permanente Erfrischung!
Und Finn die Wasserratte hat es sehr genossen wie man sieht!
Für uns ging es nun weiter zur Saklikent-Schlucht und nach Patara- dem wahren Traumstrand ;)!