Sonntag, 27. Mai 2012
IZMIR
Ja, wir waren da, der Bus ist repariert, aber unser Bericht fehlt leider noch!
Diesen muß Jan schreiben, da ich während der Reparatur von 8 bis 18 Uhr bei Regenwetter mit den Kindern im Bus saß, diese bespaßt habe und kaum etwas von den Geschehenissen draußen mitbekommen habe.
Also noch etwas Geduld, Manfred muß noch entspannen!
Hier aber schon vorab 2 Fotos:


Mia wartet artig bis der Bus fertig ist


Finn mit einem Mechaniker



BERGAMA/ PERGAMON
Bergama, das einstige Pergamon und somit die Stadt, in der das Pergament erfunden wurde, war dann mal schlichtweg ein kulturelles Ziel. Zu Finns Leidwesen etwas im Landesinneren und somit ohne Bade- und Angelmöglichkeit…
Die Türkei ist zwar übersät mit berühmten historischen Stätten, aber wenn wir schon an einer einstigen Weltstadt mit Akropolis, Stadtmauer, Königshäusern und dem berühmten Zeustempel vorbeikommen, dann müssen wir uns das ja wohl anschauen. Verlockend schien uns und den manchmal etwas fußlahmen Kindern auch die Möglichkeit der Seilbahnfahrt auf den Berg.
Nachdem wir Parkplatzgebühr und Eintrittskarte an der Kasse im Tal gelöst hatten und muckelig und dennoch gespannt in der Seilbahn saßen, überlegten wir noch, dass der Preis von insgesamt 15 Euro für Parken und Kultur ja noch ganz ok ist und unser Tagesbudget nicht sprengen würde.
Oben angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass der Zutritt zum Gelände von weiteren Kassenhäuschen gesäumt war und wir noch einmal mit sage und schreibe 20 Euro zur Kasse gebeten wurden….


Auch wenn der Rundgang zwischen den berühmten Ruinen sicherlich sehr interessant war, eines haben wir uns vorgenommen: Kultur und öffentliche Park- und Rastplätze in der Türkei wollen wir uns nicht mehr leisten. Die ansonsten wirklich überaus gastfreundlichen Türken sind da nämlich sehr schmerzbefreit, was das zur Kasse bitten von Touristen angeht und mit unserem Bus werden wir gerne mal einem Reisebus gleichgestellt und sollten schon auf Parkplätzen bis zu 30 Euro bezahlen.
Etwas ärmer, kulturell bereichert und mit dem Schrecken noch in den Gliedern (Finn wurde von einer Sturmböe erfasst und einen Felsenvorsprung heruntergeschleudert) ging unsere Fahrt weiter nach Izmir. Hier sollte die Busreparatur in Angriff genommen werden, wobei wir natürlich nicht wussten, wo, von wem, wann und zu welchem Preis. Also: ab ins Ungewisse der Millionenstadt!



Freitag, 18. Mai 2012
EDREMIT
Nach erfolgreicher Dardanellen-Überquerung mit einer doch nicht so alten Fähre wie gedacht sind wir in der Nordägägis angekommen.
Hier ein Foto von Finn und Bus (in welchem Mutti und Mia die Fährpassage einfach verschlafen...) auf der besagten Fähre


Canakkale und die Busreparatur haben wir bis auf Weiteres verschoben, denn der Bus läuft ja im Moment! Ob das ein Fehler war, wird sich sicherlich auf nicht uninteressante Weise in den folgenden Tagen zeigen :). Aber wir sind guten Mutes es noch bis Izmir zu schaffen und dann dort alles vornehmen zu lassen.

Da der Reiseführer mit Aussagen zur Strassenbeschaffenheit geizt und sich insbesondere die besonderen Reiseführer-Spezialtipps als wahren Albtraum herausgestellt haben (absolute Touristen-Abzocke, schlimmste Straßenverhältnisse, sanitäre Anlagen auf hochgelobten Campingplätzen die das Wort "Kloake" noch nicht einmal verdient haben etc.), fahren wir momentan nur noch nach Landkarte und Lust.
Es gibt hier sehr schöne Gegenden und wir campieren oft ohne Campingplatz. So sind wir jedesmal dankbar, dass wir Dusche, Toilette und genug Frischwasser für einige Tage dabei haben und somit für einige Zeit autark sein können.
Hier auf vielfachen Wunsch ein Foto von Mutti mit Gesicht (bei ihrer Lieblingsbeschäftigung Essen) und Mutti und Kinder beim Frühstück



Auf den Berg im Hintergrund dieser Aufnahme ist Finn (nach eigenen Aussagen) übrigens neulich zusammen mit Oma Ute hinaufgeklettert. Ohne Seil versteht sich.
Wir konnten nur staunen!

Seit gestern sind wir in der Nähe von Edremit und lernen sehr viele interessante türkische Menschen kennen, vornehmlich mit deutschen Wuzeln oder Vergangenheit. Alle sind sehr nett und hilfsbereit und unser Ankommen auf einem Strandparkplatz hier am Golf von Edremit hat für einige Aufruhr im Ort gesorgt. Nach 10 Minuten hatten wir ersteinmal Besuch von der ortsansässigen Polizei. Diese wollte uns aber nicht verscheuchen, nein, die Beamten waren einfach nur hochgradig interressiert, wie so ein Wohnbus von innen aussieht. Sehr begeistert über unseren Bus und unsere Geschichte bekamen wir dann auch die offizielle Erlaubnis von den Beamten, hier so lange stehen zu können, wie wir wollen!
In den nächsten Stunden nach unserer Ankunft hatten wir noch diversen Besuch von Ortsansässigen und waren sicherlich das Highlight des Tages. Dummerweise hat Jan zwei Kindern ein Dose mit Bonbons geschenkt und so wurden wir ein Horde von ca. 20 Kindern den ganzen Abend über nicht wieder los. Das Wort "Bonbon" konnte jeder von Ihnen nach sehr kurzer Zeit sagen...
Mittlerweile hat Jan das Verbot, Kindern und Hunden etwas zu schenken bzw. zu fressen zu geben (in Griechenland bekam "der arme, kleine, süße Hund ohne Besizter, der also ganz allein ist und NIE etwas Leckeres bekommt" etwas Leckeres von ihm. Die nächsten Tage wich der Hund nervigerweise nicht mehr vom Tisch, bettelte ständig und klaute Finn anschließend zum Dank für Speis und Trank einen Schuh, den wir auch nicht mehr wiedersehen sollten). Also: Mitleidsverbot für den Gatten!!!!

Am heutigen Tage scheint sich die Aufruhr wieder gelegt zu haben und es kommen nur noch vereinzelt Anwohner auf ein Pläuschchen oder zum Bus-Gucken vorbei.
Gerade sind die Lieben am Strand angeln und es wurde auch schon eine Makrele gefangen. Mia, die die ganze Zeit den Fisch anschreit: "Fich essen!" wurde gerade von Finn in die Schranken gewiesen, da dem Fisch ja sonst "bang" wird (dieser also Angst hat) und er ihn lieber wieder ins Wasser zurücktun möchte. Der Fisch sei nämlich sein Freund.
Heute gibt es also Vegetarisch!



Dienstag, 15. Mai 2012
RETTUNG AUSGESETZT, GRENZÜBERGANG GESCHAFFT!
Nachdem auch uns nicht die finanzielle Rettung Griechenlands gelungen zu sein scheint (obwohl wir gefühlte mehrere hundert Euro an Mautstellen gelassen haben), sind wir dennoch mit einem guten Eindruck weitergezogen und versuchen seit heute in der Türkei unser Glück.
Wir sind auf einem kleinen Campingplatz an den Dardanellen angekommen (wer damals am Gymnasium Warstade bei Herrn Brandt Geschichtsunterricht hatte, der kann sicherlich noch heute blind auf der Landkarte die Dardanellen und das Marmara-Meer finden....).
Morgen soll dann mit der Fähre (ich werde sicherlich noch VOR Betreten des rostigen Kahns 4 Schwimmwesten an mich reißen) nach Canakkale übergesetzt werden, denn dort sollen die schönsten, vielzähligsten und hoffentlich auch billigsten Bus-Reparaturwerkstätten des gesamten Universums zu finden sein. Dann werden wir zwecks Zeitvertreib gleich mal Troja und alles, was meine bis zum heutigen Tage immer wieder auftretenden Geschichtsunterrichts-Albträume verursacht, aufsuchen!

Aber so schlecht ist der Zustand des Busses dann doch nicht. Gestern in Kavala gab es so ein übles Unwetter mit 2-stündigem Platzregen und es hat wider Erwarten nicht in den Bus getropft. Es besteht also noch Hoffung für selbigen!

Ansonsten entwickelt sich alles prächtig, Mia wird zur Brummi-Braut


Und auch dem Baby geht es gut!
Alles dran, drin und aktiv und Vaddi ist ganz stolz, da er noch einen zweiten Stammhalter bald sein eigen nennen kann. Die Ähnlichkeit ist auch schon deutlich zu erkennen wie wir finden:


Die Wartezeit bis zur Ultraschalluntersuchung haben sich die Geschwister mit "Schlafen" vertrieben. Mia auf dem dreckigen Fußboden und Finn (zumindest zuerst) auf der Sitzbank...