Nachdem wir Izmir verlassen hatten, ging es für uns weiter Richtung Marmaris. Und auch hier ist wieder so viel passiert, dass Manfreds Bericht zu Izmir sicherlich nicht mehr geschrieben werden wird, denn alles, was 2 Tage oder länger zurückliegt, scheint uns total fern und wir bekommen die Geschehenisse einfach nicht mehr im Detail zusammen. Puh!
Eines wollen wir dann aber doch noch zu Izmir und der Freundlichkeit der Menschen dort erwähnen, denn in Erinnerung bleibt uns nicht nur die prompte, fachkundige und günstige Busreparatur, sondern auch der ein wenig Deutsch sprechende Koch der Kantine: Erman.
Dieser hat uns abends spontan zu seiner Familie nach Hause zum Essen und Übernachten eingeladen und keine Widerrede half. So haben wir einen sehr netten und leckeren Abend in einer bis dato uns unbekannten türkischen Familie verbracht!
Die Suche nach einer Werkstatt in Izmir, die Wartezeit während der Reparatur und der lange Abend haben uns (und speziell mich) doch etwas strapaziert, so dass wir die nächsten 2 Tage auf einem Campingplatz bei Kusadasi zugebracht haben. Dort waren auch andere deutsche Camper unterwegs, unter anderem auch ein Pärchen, dass für 3 (!) Jahre mit dem Motorrad (!) um die Welt (!) fährt. Dagegen ist unsere Reise wohl mit einem langweiligen All-inclusive-Urlaub in einer gesicherten Hotelanlage zu vergleichen :).
Ins Gespräch sind wir gekommen, da der Fillipo unseren Bus aus dem Internet kannte- was für ein Zufall!
Nachdem ich mich erholt und Berge von Wäsche gewaschen habe, gings dann weiter Richtung Marmaris bzw. auf die angrenzende Halbinsel. Der Reiseführer hat uns traumhafte Quarzsandstände versprochen, gefunden haben wir herrliche Buchten, die man allerdings nur per Boot gut erreichen kann. Auch die angepriesenen Campingplätze stellten sich als Schlappe heraus, da die Zufahrten selbst für ein Wohnmobil zu eng waren... So haben wir abends aus Ermangelung an einem geeigneten Stellplatz für unseren Bus auf einem Privatgrundstück einer Hotelanlage übernachten wollen, mussten aber natürlich erst einmal um Erlaubnis bitten. Der "Aufpasser" dort war so etwas von erfreut uns und speziell die Kinder zu sehen (oder überhaupt jemanden?! Die Saison hat nämlich in der Türkei noch nicht begonnen und alle Anlagen sind gähnendleer), dass er den Kinder Eis, Kuchen und uns frisch gefangene Fische geschenkt hat.
Die Menschen hier sind wirklich so etwas von gastfreundlich und es ist in der Tat so, dass wir bzw. die Kinder ständig mit Dingen von uns fremden Menschen bedacht werden. Im Park bekommen wir wie selbstverständlich Kuchen und Grillfleisch von anderen Familien serviert, am Bootsanleger bekommen wir frisch gefangene Fische geschenkt und auf Parkplätzen bekommen die Kinder von Busfahrern ständig Schokolade und Saft. Und alles nur, weil wir irgendwo mit unserem Bus auftauchen oder man etwas ins Gespräch kommt. Sicherlich trägt dazu bei, dass die Kinder "europäisch" aussehen, Mia mit ihren blonden Löckchen begeistert und Finn mit seiner kräftigen Statur und seiner burschikosen Art. Alle 5 Minuten wird Mia von irgendjemandem über den Kopf gestreichelt und Finn wird in seine Bäckchen gekniffen, so dass er den ganzen Tag über mit glühenden Wangen herumläuft und stoisch Küsschentiraden über sich ergehen lässt. Er weiß ja, dass er dafür immer in Form von Süßigkeiten belohnt wird...
Ach so ja, weiter im Bericht zu unserer Suche nach den Traumstränden!
Nach der Nacht am Privatstrand und diversen weitern Suchaktionen hinsichtlich des Paradieses (inklusive derber Offroad-Strecken) haben wir dann endlich einen unverbauten Strand gefunden, an dem auch einige andere Camper ihr Glück suchten. So auch ein Ehepaar aus Belgien und ich konnte endlich mein leidiges Flämisch ein wenig auffrischen :). Der Strand und die Kulisse waren sehr schön, wenn auch weit von einem Sandstrand entfernt. Aber alles was zählte war: Liegestuhl, Wasser und Baden!

Finn professionell ausgestattet

Es gibt Kartoffelsalat mit Würstchen- wir sind halt typisch deutsche Camper…
Nach eingestellter Entspannung und wie Jan behauptet "total schlechtem Wetter" (also 25 Grad, schön frischer Wind und einigen Wölkchen am Himmel; perfektes Schwangeren-Wetter also) mussten wir allerdings feststellen, dass unsere Offroad-Fahrten dem Bus bzw. der Aufhängung der Kühlung nicht gut bekommen ist und halb aus der Verankerung gerissen war (für detaillierte Information bezüglich dieses Problems ist Jan telefonisch zu erreichen!). Somit mussten wir mit Spanngurten die Aufhängung der Kühlung notdürftig vor dem völligen Kollaps sichern und uns die 60 Kilometer zurück nach Marmaris trauen, in der Hoffnung, dass unsere Konstruktion hält.
Aber Manfred wäre nicht Manfred, wenn es nicht gelingen sollte, in Marmaris anzukommen!
Und: wir sind natürlich nicht liegen geblieben, haben sogar mit dem Bus noch eine Sightseeing-Tour durch Marmaris gemacht (eine wirklich schöne Stadt!) und als alte Werkstatt-Suchhasen auch gleich den Busbahnhof mit "Experten", die immer wissen, wer was wo reparieren kann, gefunden.
Und richtig, gleich kamen einige neugierige Busfahrer auf unseren "exotischen" Bus zu, fragten woher wir kommen, inspizierten den Bus und schon wurde das Problem an der Kühlung erkannt. Manfred ist ja inzwischen Experte in der Kommunikation mit Händen und Füßen! Dieses Mal müssen wir zu unserem freudigen Erstaunen am nächsten Tag nicht in die nächstgelegene Werkstatt, nein, die Werkstatt kommt zu uns! Ein Mechaniker wird von den Busfahrern angerufen und dieser taucht sage und schreibe 5 Minuten später auf dem Busparklatz auf. 2 Mal muß er noch eben los, Ersatzteile holen, aber dann schafft er es doch tatsächlich, die Kühlung wieder an ihrem angestammten Platz zu befestigen. Unglaublich! Wir hatten uns schon mental auf mindestens einen Tag Reparatur eingestellt und dann gelingt es noch am selben Abend auf einem gewöhnlichen Busparkplatz. Gegen 21.30 Uhr ist alles repariert und es konnte mit den netten Helfern gegrillt werden!
Somit können wir uns heute ganz in Ruhe Marmaris ansehen, mit dem guten Gefühl, dass wieder alles läuft und die nächsten Offroad-Touren auf der Suche nach dem Traumstand kein Problem mehr sind!
Ich hoffe es geht euch allen gut, aber wenn man die Geschichten liest und die Fotos sieht scheint alles super zu sein.
Du machst das wirklich toll, Schwesterherz!
Habe ich das richtig verstanden, dass der Nachwuchs ein Junge wird? Wann kommt ihr eigentlich wieder? Habe so viele Fragen, ich glaube ich rufe nächste Woche mal kurz durch.
Grüße von deinem Bruder, Stephie und Lucas:-)
Hallo Ihr Urlauber, ein super Wochenende in der weiten Ferne und viele liebe Grüße aus Hemmoor!!! Jessi & Co
Uff!!! Das, liebe Steffi, war aber ein langer und sehr lebendiger Bericht. Es hat Spass gemacht zu lesen, dass Ihr auch die "Bus-Überraschungen" zu lösen wisst. Auch Imke und Jan-Henrik mussten übrigens viele Streicheleinheiten bei früheren Reisen in den Süden über sich ergehen lassen. Vielleicht erinnert JH sich daran! Wenn ich die Bilder von den Kindern sehe, möchte ich sie am liebsten in den Arm nehmen und drücken. Sie werden so schnell gross!!! Wo seid Ihr jetzt? Auf diesem Wege übrigens ganz herzliche Grüsse an Deine Freundinnen Anne, Alexandra und Ute aus Antwerpen, denn sie verfolgen Eure Reise ja auch.
Bleibt alle gesund. Mama